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Allergien Gesundheit Hausstauballergien Heuschnupfen Niesen

17. Juni, 2026

In Allergiker-Haushalten besser leben

Bei Allergien denken viele Menschen zuerst ans Freie – an den Pollenflug im Frühling oder an Niesanfälle auf der Wiese. Doch für Allergiker ist das Zuhause der entscheidende Schauplatz. Denn dort werden Allergene zu ungebetenen Mitbewohnern, wenn man ihnen keinen Riegel vorschiebt. Wir erklären, welche einfachen Alltagsmaßnahmen die Belastung durch Hausstaubmilben, Pollen und Co. senken können.

Allergene im Haushalt: die unsichtbaren Gäste

Allergene sind Substanzen, die eine Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems auslösen – also allergische Reaktionen. Es gibt zahlreiche Allergene aus unterschiedlichsten Quellen, die aber eines gemeinsam haben: sie halten sich auch bei uns zu Hause auf. Hier eine Auswahl typischer Allergie-Auslöser, die auch in Ihrer Wohnung lauern:
  • Hausstaubmilben: sie leben unter anderem in Staub, Matratzen, Oberbetten, Teppichen und Polstern
  • Pflanzenpollen: gelangen durch Zimmerpflanzen ins Haus und werden von draußen beispielsweise über Bekleidung oder Tiere eingetragen oder fliegen durch offene Fenster hinein
  • Haustiere: unsere tierischen Mitbewohner verteilen Allergene über Haare, Speichel und Hautschuppen
  • Schimmelsporen: ein Risiko in feuchten Bereichen wie Badezimmer und Keller
  • Haushalts-Chemie: Menschen können auf unterschiedlichste Chemikalien allergisch reagieren, die durch Haushaltsprodukte auch auf Oberflächen und Textilien zurückbleiben

Allergene sind hartnäckig

„Tierhaare werden überwiegend mit der Kleidung übertragen. Besitzer von Katzen tragen die Allergene also an ihrer Kleidung und hinterlassen sie überall dort, wo sie sich hinsetzen“, erklärt unser Experte Prof. Dr. med. Karl-Christian Bergmann. Der Facharzt im Institut für Allergieforschung an der Charité in Berlin ist bestens mit den unsichtbaren Allergie-Auslösern vertraut.
Hausstaubmilben beispielsweise sind laut Prof. Dr. med. Bergmann fast überall zu finden: „Milben leben nicht nur im Bett, sondern auch in Polstern, Teppichen, Autositzen, Teddybären oder textilhaltigem Kinderspielzeug. Die Allergene der Hausstaubmilben werden mit ihrem Kot ausgeschieden und gelangen in die Luft, sobald Staub aufgewirbelt wird – zum Beispiel durch Staubsauger mit ungenügenden Filtern.“



Allergie-Mythos: „allergenfreie“ Haustiere

Eine Allergie gegen Hunde oder Katzen ist für Betroffene ein besonders herber Schlag. Die Symptome machen den Besuch in Haushalten mit Tieren zur Qual – und der eigene Wunsch nach einem tierischen Mitbewohner lässt sich nicht erfüllen. Oder doch?

Immer wieder ist von angeblich allergenfreien Tierarten oder Rassen zu lesen. Für Prof. Dr. med. Karl-Christian Bergmann ist das eine der größten Mythen rund um Allergien:
Es gibt bis heute keine einzige Katzen- oder Hundeart, von der wir annehmen können, dass sie keine Allergene freisetzt. Richtig ist, dass sogar einzelne Tiere der gleichen Rasse unterschiedliche Mengen an Allergen freisetzen. Aber auch Nacktkatzen und Nackthunde geben Allergene mit dem Speichel ab.“


Alltags-Tipps für Allergiker

Es gibt viele simple, aber wirksame Tipps, mit denen Allergiker besser durch den Alltag kommen. Prof. Dr. med. Bergmann empfiehlt Pollenallergikern beispielsweise regelmäßige Naseduschen mit Kochsalzlösung sowie die Nutzung von Pollenschutzgittern an Fenstern. Im Folgenden listen wir weitere hilfreiche Tipps auf.

Für zu Hause

Richtig lüften: Lüften Sie nur bei möglichst geringer Pollenbelastung. Auf dem Land ist die Pollenbelastung in den frühen Morgenstunden am größten. In der Stadt ist die Belastung am Abend besonders hoch. Daher gilt die Faustregel: In ländlichen Regionen abends lüften. Stadtbewohner lüften hingegen morgens.

Wäschepflege: Waschen Sie regelmäßig Ihre Kleidung – Pollen haften nämlich an Textilien. Aus diesem Grund sollten Sie im Freien getragene Wäsche möglichst ganz aus dem Schlafzimmer heraushalten. Ansonsten verderben Ihnen die mitgebrachten Pollen möglicherweise den Schlaf. Während der Pollensaison sollten Sie Wäsche zudem nicht zum Trocknen im Freien aufhängen.

Bettwäsche waschen: Ihre Bettbezüge sollten wöchentlich in der Wäschetrommel landen, und zwar bei mindestens 60°C, um Milben abzutöten. Kopfkissen und Bettdecken sollten Sie einmal monatlich ebenfalls bei 60°C waschen.

Gefrierschrank gegen Milben: Textilien und textilhaltige Objekte, die grundsätzlich nicht oder nicht bei hohen Temperaturen gewaschen werden können, legen Sie regelmäßig für mindestens 24 Stunden in den Gefrierschrank. Anschließend genügt eine Wäsche bei niedrigen Temperaturen, um die Allergen-Reste zu entfernen.

Feucht wischen: Wischen Sie Böden und Möbel feucht ab, damit Pollen an Tücher oder Mopps gebunden und nicht aufgewirbelt werden.




Für den Garten

Schutzkleidung: Arbeitshandschuhe und -kleidung schützt Ihre Haut vor direktem Kontakt mit Allergenen.

Rasen mähen: Halten Sie Ihren Rasen möglichst kurz, damit er nicht zur Blüte kommt. Der ideale Zeitpunkt ist am Vormittag, wenn das Gras durch Tau weniger staubt. Im Idealfall übernimmt das Mähen eine Person ohne Allergie-Beschwerden.

Wasser hilft: Befeuchten Sie Hecken und Sträucher bevor sie geschnitten werden. So gelangen weniger Pollen in die Luft, da sie durch Feuchtigkeit gebunden sind.

Arbeitskleidung waschen: Waschen Sie bei der Gartenarbeit getragene Kleidung möglichst direkt. Lassen Sie die Textilien nicht lange in Wohnräumen liegen.



Allergie-Mythos: Haarwäsche

Allergiker sollen möglichst regelmäßig ihre Haare waschen. Dieser Tipp findet sich jedenfalls in unzähligen Ratgebern. Unser Experte Prof. Dr. med. Karl-Christian Bergmann erklärt das jedoch zu einem großen Mythos: „Ein immer wieder zitierter Unsinn ist es, dass sich Pollenallergiker als Vorsichtsmaßnahme ihre Haare waschen sollten. Es gibt international nicht eine einzige Studie, die diesen Effekt jemals gemessen und nachgewiesen hat.“


Allergien im Alltag

Die Gefahr von Allergenen wie Hausstaubmilben, Pollen und Tierhaaren lässt sich durch simple Maßnahmen deutlich reduzieren – von täglichem Lüften zur richtigen Zeit bis zur 60-°C-Wäsche. Die entscheidende Ergänzung zu unseren Alltags-Tipps ist die richtige Reinigungsroutine. In den weiteren Artikeln unseres Themen-Schwerpunkts erklären wir, worauf es bei der richtigen Reinigung ankommt, und fassen Wissenswertes rund um Allergien zusammen.



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